Mehr als ein Grund zu feiern, denn wir wollen auch all die tollen Momente auf dem Meer mit unseren unerschrockenen, mutigen, tapferen, cleveren, hübschen, kommunikativen, neugierigen, witzigen und zusammengefasst einfach tollen Teilnehmern feiern.
Am 18. März 2015 startete unser erster Törn. Von Marseille ging es entlang der spanischen Küste nach Barcelona und von dort nach Mallorca. Es war ein wilder Törn! Stürmisches Wetter auf der ersten Etappe und das auch noch nachts. „Fische füttern“ wurde zu einer Art Wettbewerb. „Kotzen hab ich in der Chemo gelernt und hier macht es sogar Spaß“. Von Tag zu Tag wurde aus Fremden eine richtig starke Crew. Von Tag zu Tag wurden die Bedingungen besser, das Wetter schöner und die Stimmung ausgelassener. Als Mallorca am Horizont zu sehen war, tanzten plötzlich Delfine um uns herum. Es war ein magischer Moment, so wie die Reise, die Idee dazu und die Menschen, die den Mut hatten, daran teilzuhaben.
Seither gab es jedes Jahr zwischen drei und acht Segeltörns, nur nicht in den Corona-Jahren. Aus Teilnehmern wurden Freunde, teilweise sogar Paare und aus der waghalsigen Idee entstand ein echtes Angebot für junge Erwachsene mit Krebs.
Leider habe ich nicht mitgezählt, aber ich glaube es waren 250 bis 300 Teilnehmer.
Sogar eine wissenschaftliche Studie zur Wirksamkeit der Segeltörns haben wir gemacht und das Ergebnis bestätigt und unsere Mühen. Im Beobachtungszeitraum von 6 Monaten wurden die Angstzustände und Sorgen weniger, während Zuversicht und körperliche Aktivität anstiegen: Ein besseres und positives Lebensgefühl, das ist unser Ziel.
Es gab viele Berichterstattungen, wir haben Preise entgegen genommen, haben Vorträge gehalten und viele Menschen erkennen uns wieder. Aber das wichtigste von alldem passiert im Hintergrund: Eltern die sich noch nach Jahren für die Unterstützung bedanken, Teilnehmer die sich melden und sich engagieren wollen. Aber auch Verluste, weil die Krankheit nicht aufzuhalten war. Aber auch in den traurigen Fällen stiften unsere Segeltörns Trost und Hoffnung, denn die Erlebnisse auf dem Meer bleiben auch bei den Hinterbliebenen ein wichtiger Anker.
Nach 10 Jahren Segeln, wollen wir unser Angebot dieses Jahr auch an Land anbieten: Ein alter Bauernhof, Wald und Wiesen und das Meer in Sichtweite. Ein Ort der viel Ruhe ausstrahlt, aber mitnichten ruhig ist. Unter dem Namen Rübenrebellen werden wir eine Art Retreat anbieten… aber mehr möchte ich hier noch nicht verraten.
Für den Moment bitte großen Applaus für all die mutigen Segelrebellen!!



