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Ein behindertengerechter Arbeitsplatz für Evi

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Was bedeutet das eigentlich?

Auf unserer Projektseite bei „Platz schaffen mit Herz“ [wp-svg-icons icon=“new-tab“ wrap=“i“] bitten wir um eure Mithilfe, damit wir einen behindertengerechten Arbeitsplatz für Segelrebellin Evi realisieren können. Ihr habt uns gefragt, was genau das nun eigentlich bedeutet. Die Antwort bekommt ihr hier!

Eva

Eva

Ganz neu mit an Bord

Evi ist nach ihrer Krebsdiagnose zunächst selbst als Teilnehmerin zu den Segelrebellen gekommen, aber war sofort dermaßen begeistert, dass sie nach mehreren Jahren ehrenamtlichen Engagements nun mittlerweile fest angestellt ist und sich ab diesem Jahr hauptberuflich um die Organisation und Planung hinter den Kulissen kümmert, sowie den ganzen schnöden Bürokram erledigen und das Fundraising betreuen wird.
„Ein behindertengerechter Arbeitsplatz? Übernimmt das nicht alles sowieso die öffentliche Hand? Krankenkasse, Arbeitsagentur, Integrationsamt? Warum braucht ihr denn dafür noch zusätzlich Geld?“

A. Nonym

…fragt sich, ob da nicht eigentlich jemand anders zuständig ist

Marc antwortet…

Evi hat aufgrund ihrer Krebserkrankung und zuvor bestehender Gesundheitsprobleme gewisse Defizite, die ihr einen „normalen“ Arbeitsplatz mit 8 Stunden Arbeit pro Tag und 40-Stunden-Woche (womöglich noch in einem wuseligen Großraumbüro) schlicht unmöglich machen. Keine ihrer Behinderungen sind von außen sichtbar, das macht es oft schwieriger zu vermitteln „wo denn jetzt das Problem liegt“.

Sie soll sich ihre Arbeitsumgebung selbstbestimmt und eigenständig an ihre spezifischen Bedürfnisse als Mensch mit Behinderung anpassen können. „Behindertengerecht“ bedeutet in diesem Fall nicht eine Ausstattung mit „Dingen zum Anfassen“ sondern auch die Möglichkeit, Abläufe und Prozesse so zu gestalten, dass sie trotz der erschwerenden Faktoren ihre Fähigkeiten optimal einbringen und sich jeden Tag auf’s Neue mit Begeisterung in ihre Arbeit für die Segelrebellen stürzen kann.

Das bedeutet in ihrem Fall zum Beispiel, dass sie sich ihre Arbeit frei über den Tag verteilen kann, mit längeren Erholungspausen dazwischen, statt non-stop in einem fest vorgegebenen Zeitraum durchzuackern und dann am Tagesende erschöpft zusammenzubrechen. Die geleistete Arbeit ist die gleiche, nur eben auf einen viel längeren Zeitraum verteilt. Das ist auch der Grund, warum ein klassisches Büro (wer möchte schon von Sonnenauf- bis -untergang in einem Büro hausen?) nicht der richtige Ort für sie ist, und sie zunächst zeitsouverän von zu Hause aus arbeiten wird.

Viele Werkzeuge, die ihr die Arbeit erleichtern sind zudem softwarebasiert und kosten monatlich Lizenzgebühren, die es langfristig zu decken gilt. Weitere Kostenpunkte sind themenspezifische Coachings und Fortbildungen, die ihr helfen sollen, mit ihren Herausforderungen sicher umzugehen und Einschränkungen gezielt und nachhaltig auszugleichen. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass sie bisher gesundheitsbedingt keine Ausbildung abschließen konnte, halten wir es für wichtig, sie genau dabei in Zukunft zu unterstützen.

Wir wissen zudem, dass körperliche Aktivität (wie ja auch Segeln ;)) erwiesenermaßen einen langfristig positiven Einfluss auf die Schwere von Erschöpfungszuständen nach einer Krebserkrankung hat. Da Evi aber vornehmlich unser Büro an Land betreuen wird, während der Rest von uns auf den sieben Weltmeeren unterwegs ist, möchten wir ihr ermöglichen auch fernab der wilden Wogen geeignete Sport- und Therapieangabote wahrzunehmen.

Einige dieser Maßnahmen können wir ggf. auch teilweise über den Weg der Bürokratie erkämpfen, aber wir finden es wichtig, dass ihr Wohlergehen nicht nur vom behördlich festgelegten Mindeststandard abhängt.

Wir hoffen, dass wir etwas Licht ins Dunkel bringen konnten und etwas nachvollziehbarer gemacht haben, was ein „behindertengerechter Arbeitsplatz“ bedeuten kann!

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